Comeback: eine Gay-Bar der alten Schule in Düsseldorf
Das Comeback ist eine kleine, traditionsreiche Schwulenbar im Zentrum von Düsseldorf. Sie befindet sich in der Charlottenstraße 60, der Eingang liegt auf der Seite der Bismarckstraße. Da die Bar bereits am Nachmittag öffnet und bis in die frühen Morgenstunden betrieben wird, unterscheidet sie sich deutlich von den großen LGBTQ+-Partys und modernen Cocktailbars der Stadt. Das Comeback ist eine unkomplizierte, bodenständige Kneipe mit überwiegend männlichem Publikum verschiedener Altersgruppen.
Im Inneren erwartet die Gäste kein aufwendig inszeniertes Clubkonzept, sondern eine intime und eher traditionelle Baratmosphäre. Man kommt auf ein Bier oder einen einfachen Drink vorbei, setzt sich an den Tresen und beginnt vielleicht ein Gespräch mit einem Stammgast. Musik gehört zum Abend, doch das Comeback ist keine klassische Tanzlocation. Wer internationale DJs, eine große Tanzfläche oder spektakuläre Lichtshows sucht, sollte sich nach einer der wechselnden queeren Clubnächte in Düsseldorf umsehen. Hier zählen Nähe, Gespräche und der etwas raue Charme einer alteingesessenen Gay-Kneipe.
Eine Besonderheit sind die langen Öffnungszeiten. Da das Comeback schon am frühen Nachmittag besucht werden kann, eignet es sich auch für Reisende, die nicht erst kurz vor Mitternacht ausgehen möchten. Die Stimmung verändert sich im Laufe des Tages. Nachmittags kann es ruhig und ausgesprochen locker sein, während es abends und nachts lebhafter und flirtiger wird. Das Publikum besteht vor allem aus schwulen Männern unterschiedlichen Alters. Offiziell wird die Bar jedoch nicht als ausschließlich Männern vorbehaltener Ort beschrieben.
Vor einem Besuch sollte man einen weiteren Aspekt kennen: Lokale LGBTQ+-Guides weisen ausdrücklich darauf hin, dass das Comeback regelmäßig von männlichen Sexarbeitern besucht wird. Es ist daher möglich, dass kommerzielle Begegnungen angeboten werden. Nicht jedes Gespräch sollte automatisch als geschäftlich interpretiert werden. Wenn eine Situation jedoch unklar erscheint, empfiehlt es sich, Erwartungen und mögliche Kosten ausdrücklich zu klären, bevor man Einladungen, Gesellschaft oder intimere Angebote annimmt. Einvernehmlichkeit, klare Grenzen und eine offene Kommunikation sind unverzichtbar. Wie in jeder spät geöffneten Bar sollte man zudem auf Getränke und persönliche Gegenstände achten.
Das Comeback liegt unweit des Düsseldorfer Hauptbahnhofs und in Gehweite mehrerer anderer queerer Treffpunkte in Stadtmitte. Die Bar lässt sich deshalb leicht in eine Tour durch das lokale Nachtleben einbauen: als früher Zwischenstopp, für den ersten Drink des Abends oder als letzte Station nach einer längeren Nacht. Straßenbahn, U-Bahn und Hauptbahnhof befinden sich in der Nähe.
Aktuell werden tägliche Öffnungszeiten von 14 bis 5 Uhr angegeben. Bei kleinen unabhängigen Bars können sich die Zeiten allerdings kurzfristig ändern, ohne dass sämtliche Online-Verzeichnisse sofort aktualisiert werden. Eine zusätzliche Prüfung vor einer längeren Anreise ist daher sinnvoll. Das Comeback ist weder glamourös noch trendbewusst und möchte es offenbar auch nicht sein. Sein Reiz liegt in seiner direkten, lokalen und unverfälschten Persönlichkeit – ein Stück traditioneller Düsseldorfer Schwulenszene für Gäste, die Charakter lieber mögen als Hochglanz.
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