Jede Stadt mit einer ernstzunehmenden LGBTQ+-Szene braucht irgendwann einen Ort, der speziell für Leute gemacht ist, die mehr wollen als eine Tanzfläche und einen ordentlichen Cocktail. In Tel Aviv ist das der Dungeon Club, und er versteckt keineswegs, was er zu bieten hat.
Mitten im Nachtleben-Viertel der Stadt gelegen, hat sich der Dungeon einen Ruf als Anlaufstelle für alle aufgebaut, die neugierig auf Fetisch, BDSM und Cruise-Kultur sind, und das in einer Stadt, die sich bereits als eine der weltoffensten Destinationen der Welt versteht. Es lohnt sich, gleich vorab zu erwähnen, dass der Dungeon kein rein schwules Lokal ist, er zieht ein wirklich gemischtes Publikum über alle Geschlechter und Identitäten hinweg an, aber Samstagabende sind zu einer Art inoffizieller Gay Night geworden, die ein Publikum anzieht, das genau weiß, warum es gekommen ist.
Das Layout selbst ist Teil des Reizes. Zwei Bars halten die Drinks am Laufen, eine echte Tanzfläche gibt dem Raum seinen Puls, und darüber hinaus wird es interessanter: ein Labyrinth, Käfige, eine Play Zone, und ein Darkroom für alle, die sich noch weiter in die fantasievolle Seite des Abends hineinlehnen wollen. Es ist die Art von Design, die Erkunden belohnt, statt einfach an einer Stelle stehen zu bleiben, was genau der Punkt ist.
Dresscodes sind hier ernst gemeint, also ist das keine Bar, in die man einfach direkt vom Strand in Flip Flops schlendert und erwartet, unauffällig zu bleiben. Je nach thematischem Abend sollte man sein Outfit vorab planen, Leder, Fetisch-Gear, oder was die jeweilige Veranstaltung eben verlangt. Das ist ein Teil davon, was den Dungeon weniger nach einer gewöhnlichen Clubnacht anfühlen lässt und mehr wie das Eintreten in eine kuratierte Szene, die von Leuten gestaltet wurde, denen die Details wirklich wichtig sind.
Donnerstags und freitags herrscht mit einem breiteren, gemischteren Publikum, das verschiedene Fetisch-Themen erkundet, ordentlich Betrieb, während sich die Energie merklich verändert, sobald die Gay Night am Wochenende beginnt. Egal an welchem Abend man landet, es erwartet einen ein Ort, der Einvernehmlichkeit, Dresscodes und seine eigene Art von erwachsenem Spaß ernst nimmt, verpackt in genau jene schamlose Selbstsicherheit, für die Tel Avivs Nachtleben bekannt ist.
Was den Dungeon wissenswert macht, auch wenn es nicht unbedingt die eigene übliche Szene ist, ist das, wofür er steht: eine Stadt, die sich in ihrer LGBTQ+-Identität sicher genug fühlt, um einen eigenen Fetisch- und Kink-Raum zu unterstützen, nicht versteckt außer Sichtweite, sondern stolz als Teil des gesamten nächtlichen Angebots der Stadt betrieben. Das sagt etwas über Tel Aviv insgesamt aus, und genau das ist die Art von Detail, die den Ruf der Stadt als LGBTQ+-Hauptstadt verdient statt nur beworben wirken lässt.
Wer also eine Vorstellung von einem Abend hat, die über die übliche Bar-Tour hinausgeht, und neugierig ist, wie ein richtiger Fetisch-Club in einer der schwulenfreundlichsten Städte der Welt aussieht, für den verdient der Dungeon einen Platz auf der Tel-Aviv-Liste.
Fazit: komm vorbereitet, komm mit offenem Geist, und erwarte einen Abend, der ganz darauf ausgelegt ist, genau das zu leben, worauf man wirklich steht.
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