Direkt auf dem Wasser im alten Hafen von Genua schwimmend, ist das Banano Tsunami der Beweis dafür, dass der beste schwulenfreundliche Treffpunkt einer Stadt manchmal kein Gebäude ist, sondern ein Lastkahn. Genua zeigt seine queere Szene nicht mit demselben Glanz wie Rom oder Mailand, aber Orte wie dieser erledigen still und leise die Aufgabe, die Stadt warm und einladend wirken zu lassen, ganz ohne großen Aufwand.
Die Kulisse ist hier der eigentliche Star. Man stelle sich vor: eine Holzterrasse, die sanft auf dem Hafenwasser schaukelt, Lichterketten über dem Kopf, die historischen Gebäude des alten Hafens, die im Abendlicht glühen, und das Wasser, das beim Sonnenuntergang dieses Etwas macht, bei dem alles ein bisschen filmreifer wirkt, als es eigentlich sollte. Das Mittagessen hier ist entspannt und ungehetzt, das Abendessen behält dieselbe lässige Energie, und die italienische Aperitivo-Stunde ist der eigentliche Höhepunkt: richtige Cocktails, eine Auswahl an Snacks, die mit Meeresbrise irgendwie immer besser schmecken, und ein Publikum, das sich für den langen, sanften Übergang vom Nachmittag in die Nacht einrichtet.
Für schwule Reisende bietet das Banano Tsunami etwas zunehmend Seltenes und wirklich Wertvolles: einen gemischten, entspannten Ort, an dem man ein Date mitbringen, sich mit Freunden treffen oder mit der Person neben sich an der Reling ins Gespräch kommen kann, ganz ohne ein explizites "Schwulenbar"-Schild, um sich dabei wohlzufühlen. Es versucht nicht, ein Club zu sein, es versucht nicht, eine Szene zu sein, es ist einfach ein wirklich schöner Ort am Wasser, der alle mit derselben Wärme willkommen heißt, schwul, hetero, oder irgendwo dazwischen.
Was die Lage betrifft, bringt einen der alte Hafen mitten ins Geschehen: ein kurzer Spaziergang zum Aquarium von Genua, zu den mittelalterlichen Gassen der Altstadt, und zu vielen weiteren Bars, falls man den Abend woanders fortsetzen möchte. Der Sommer ist hier Hochsaison, wenn sich die Terrasse füllt und das Sonnenuntergangs-Publikum zu einer Art unoffiziellem täglichen Ritual wird, aber die Umgebung funktioniert genauso gut für einen ruhigeren Drink in der Nebensaison, mit besseren Chancen auf einen Tisch direkt am Wasser.
Es lässt sich durchaus etwas Positives über eine Stadt sagen, die kein festgelegtes schwules Viertel hat, es aber dank Orten wie diesem trotzdem schafft, sich wirklich einladend anzufühlen, informell, unprätentiös, und aufgebaut auf gutem Essen und noch besseren Aussichten statt auf Regenbogen-Branding. Diese Art von unaufgeregter Inklusion hat ihren eigenen Charme, und Genua mit seiner leicht verblassten maritimen Größe und einem Hafen, der Jahrhunderte von Ankünften und Abfahrten gesehen hat, ist genau der Ort, an dem das Sinn ergibt.
Wer eine Reise nach Genua plant, sollte das Banano Tsunami auf die Liste setzen, am besten zur goldenen Stunde, mit einem Cocktail in der Hand und keinen weiteren Plänen, außer dem Licht über dem Wasser zuzusehen, wie es sich verändert. Kombiniert mit einer LGBTQ+ freundlichen Unterkunft in der Nähe über misterb&b, steht einem richtig entspannten ligurischen Abend nichts mehr im Weg.
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