Der PumpJack Pub gehört zu den bekanntesten Gay-Bars Vancouvers und ist eine echte Institution im Davie Village, dem LGBTQ+-Viertel im West End. Seit Dezember 2000 empfängt das Lokal in der Davie Street 1167 sowohl Mitglieder der lokalen queeren Community als auch internationale Besucher. Traditionell ist das PumpJack eng mit schwulen Männern, Bears, der Leder- und Fetischszene verbunden. Es versteht sich jedoch vor allem als Community-Bar, in der unterschiedliche queere Lebensstile willkommen sind. Das Publikum ist heute vielfältig, doch die Atmosphäre bleibt deutlich schwul und männlich geprägt.
Am Nachmittag und frühen Abend wirkt das PumpJack wie eine unkomplizierte Nachbarschaftskneipe. Stammgäste kommen nach der Arbeit auf ein Bier vorbei, Freunde treffen sich an den Tischen und Reisende können in aller Ruhe erste Kontakte knüpfen. Die Stimmung ist freundlich, locker und angenehm unprätentiös. Einen eleganten Dresscode gibt es nicht. Jeans, Sportkleidung, Leder, Fetisch-Outfits oder ganz normale Alltagskleidung passen je nach Veranstaltung gleichermaßen. Kink wird offen gefeiert, doch auch Gäste ohne Harness oder besondere Szeneerfahrung müssen sich keineswegs fehl am Platz fühlen.
Später am Abend verwandelt sich der Pub zunehmend in einen lebhaften Club. Nach einer umfassenden Erweiterung und Renovierung verfügt das PumpJack über eine große Tanzfläche, einen Entertainment-Bereich, Projektionsflächen und mehrere Fernseher. Tagsüber werden dort gelegentlich wichtige Sportveranstaltungen gezeigt. Nach Einbruch der Dunkelheit übernehmen DJs, männliche Tänzer und Themenpartys. Zwei Terrassen bieten zusätzliche Möglichkeiten, etwas zu trinken, andere Gäste kennenzulernen und das bunte Treiben auf der Davie Street zu beobachten.
Das Wochenprogramm verleiht den einzelnen Abenden einen unterschiedlichen Charakter. Mittwochs findet traditionell Karaoke statt, meist von 21 bis 1 Uhr. Gesangliches Talent ist dabei hilfreich, aber keineswegs Voraussetzung – Haltung und eine überzeugende Songauswahl bringen einen oft deutlich weiter. Donnerstags wird es bei Fresh Meat wesentlich freizügiger. Die Party kombiniert DJs mit vollständig nackten Duschshows männlicher Performer. Für diese Veranstaltung kann Eintritt verlangt werden. Sonntags beginnt bereits um 13 Uhr der legendäre Sunday Kegger mit Getränkeangeboten und einem besonders geselligen Publikum. Für allein reisende schwule Männer ist dies eine gute Gelegenheit, Einheimische kennenzulernen.
Der PumpJack Pub öffnet täglich um 13 Uhr und bleibt bis spät in die Nacht geöffnet, je nach Wochentag meist bis 3 oder 4 Uhr morgens. Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Veranstaltungsthemen können sich ändern. Ein Blick auf die aktuellen Social-Media-Beiträge des Pubs ist daher vor dem Besuch sinnvoll. Zutritt haben nur Personen, die das in British Columbia vorgeschriebene Mindestalter für Alkoholkonsum erreicht haben. Ein gültiger Lichtbildausweis sollte unbedingt mitgebracht werden. An Pride-Wochenenden, Feiertagen und bei großen Partys kann es außerdem zu Warteschlangen kommen.
Die Bar liegt nur wenige Gehminuten von weiteren LGBTQ+-Lokalen, Restaurants und Cafés im West End entfernt. Die Station Burrard erreicht man zu Fuß in ungefähr fünfzehn Minuten. Zudem fahren mehrere Buslinien über die Davie Street. Das PumpJack lässt sich deshalb problemlos in eine längere Tour durch Vancouvers Gay Village einbauen.
Für schwule Reisende bietet das PumpJack eine selten gewordene Mischung aus Nachbarschaftskneipe, Community-Treffpunkt und ausgesprochen erwachsenem Nachtclub. Man kann am Nachmittag auf ein ruhiges Bier vorbeikommen, später tanzen oder mittwochs das eigene Showtalent testen. Und wenn am Donnerstag plötzlich der Harness als besonders konservative Kleidung erscheint, ist die Fresh-Meat-Party vermutlich bereits in vollem Gange.
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