Good Friends Bar gehört zu den bekanntesten schwulen Bars im French Quarter von New Orleans. Das Lokal befindet sich in einem markanten Eckgebäude an der 740 Dauphine Street, nur wenige Gehminuten von der Bourbon Street entfernt. Es liegt nah genug am berühmten Nachtleben, um Teil des Geschehens zu sein, bietet aber eine etwas entspanntere Alternative zu den lautesten Clubs. Seit den 1980er-Jahren ist Good Friends ein fester Bestandteil der lokalen LGBTQ+ Szene. Stammgäste, wiederkehrende Besucher und neugierige Touristen treffen hier in einer unkomplizierten Atmosphäre aufeinander.
Im Erdgeschoss bestimmen Backstein, ein Kamin, Kunstwerke und eine eindrucksvolle Bar aus massivem Mahagoni das Bild. Der Raum wirkt warm und authentisch, eher wie eine gewachsene Nachbarschaftsbar als wie ein künstlich inszenierter Nachtclub. Ein Billardtisch macht es leicht, mit anderen Gästen ins Gespräch zu kommen. Auf mehreren Bildschirmen laufen Musikvideos, Sportübertragungen und lokale Großereignisse. Besonders bei Spielen der New Orleans Saints versammeln sich zahlreiche Fans. Nachmittags eignet sich das Lokal für einen ruhigen Drink; später wird die Stimmung lebhafter, voller und häufig auch deutlich flirtiger.
Das Publikum besteht überwiegend aus schwulen Männern, ist jedoch keineswegs einheitlich. Verschiedene Altersgruppen, Stile und Teile der LGBTQ+ Community sind vertreten, ergänzt durch aufgeschlossene Besucher der Stadt. Eine strenge Kleiderordnung gibt es nicht. Ob Tourist im Sommershirt, lokaler Stammgast, Bear, Twink oder Leather-Fan vor dem nächsten Event – entscheidend ist weniger das Outfit als die Bereitschaft, sich auf die gesellige Atmosphäre einzulassen.
Im Obergeschoss befindet sich der Queen’s Head Pub. Mit Holzboden, Kronleuchtern, warmen Farben und einer eigenen Bar besitzt dieser Bereich einen intimeren, viktorianisch inspirierten Charakter. Das Highlight ist der umlaufende Balkon mit Blick auf die Straßen und Dächer des French Quarter. An einem sonnigen Nachmittag lässt sich hier ausgezeichnet beobachten, wie Reisegruppen, Partygäste und zunehmend kreative Outfits durch das Viertel ziehen. Der Balkon und der obere Bereich sind allerdings nicht zu jeder Zeit geöffnet. Wer hauptsächlich wegen der Aussicht kommt, sollte die Verfügbarkeit vorher prüfen.
Besonders bekannt ist Good Friends für den Separator, einen cremigen Frozen Cocktail mit überraschend kräftiger Wirkung. Er schmeckt ausgesprochen harmlos, sollte aber nicht unterschätzt werden. In New Orleans kann aus „nur einem Drink“ ohnehin schnell ein abendfüllendes Programm werden. Daneben gibt es Bier, Spirituosen und klassische Mixgetränke. Das Lokal wirbt mit täglichen Happy Hours; zum Wochenprogramm gehören unter anderem Karaoke und wechselnde Veranstaltungen.
Während Mardi Gras, Pride, Halloween und Southern Decadence kann Good Friends sehr voll werden und teilweise länger öffnen. Es handelt sich vor allem um eine Bar zum Reden, Trinken, Billardspielen und Beobachten, nicht um einen klassischen Tanzclub. Alleinreisende finden hier häufig leichter Anschluss als in großen Clubs, insbesondere an der Bar oder beim Billardtisch. Wer es ruhiger mag, sollte früher kommen. Späte Abende und große queere Veranstaltungswochenenden bringen wesentlich mehr Betrieb.
Ältere Verzeichnisse beschreiben Good Friends weiterhin als rund um die Uhr geöffnet. Neuere Mitteilungen sprechen eher von durchgehenden oder besonders langen Öffnungszeiten an ausgewählten Wochenenden und während großer Events. Prüfe daher vor einem Besuch zu ungewöhnlicher Stunde die offiziellen Kanäle. Außerdem akzeptiert die Bar derzeit nur Kredit- und Debitkarten, kein Bargeld. Good Friends bleibt eine klassische Adresse des schwulen New Orleans: ungezwungen, kontaktfreudig und immer bereit, aus einem kurzen Drink eine sehr lange Geschichte zu machen.
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