The Cock ist eine der berüchtigtsten Gay-Bars von New York und eine bewusst ungeschliffene Institution des East Village. Der Club hat mehrere Umzüge, behördlichen Druck auf das Nachtleben, die Gentrifizierung Manhattans und das allmähliche Verschwinden traditioneller schwuler Cruising-Orte überstanden. Heute befindet er sich in der 93 Second Avenue zwischen East 5th und East 6th Street. Wer nicht weiß, wonach er sucht, kann leicht daran vorbeilaufen. Die zurückhaltende Fassade und ein leuchtender Hahn verraten nur wenig über das Geschehen hinter der Tür. Drinnen erwarten die Gäste gedämpftes Licht, laute Musik, Go-go-Tänzer, ein überwiegend männliches Publikum und eine ausgesprochen freizügige Atmosphäre.
The Cock wurde 1998 eröffnet und war im Laufe seiner Geschichte an mehreren Adressen im East Village zu Hause. Trotz der Ortswechsel bewahrte die Bar ihren Ruf als einer der letzten kompromisslos rauen Orte des schwulen Nachtlebens in Manhattan. Hier geht es weder um Flaschenservice noch um aufwendiges Design oder schmeichelhafte Beleuchtung für soziale Netzwerke. Fotografieren ist im Inneren ausdrücklich verboten. Diese Regel schützt die Privatsphäre der Besucher und ermöglicht eine Nacht ohne die Sorge, ungefragt in fremden Online-Beiträgen aufzutauchen. Der Raum wirkt absichtlich dunkel, reduziert und etwas heruntergekommen, mit einer Hauptbar, verschiedenen Nischen und einem unteren Bereich, der an den wichtigsten Abenden besonders lebhaft wird.
Cruising gehört eindeutig zum Konzept. Vor allem im Untergeschoss kann die Stimmung stark sexuell geprägt sein. Das Lokal richtet sich daher an Erwachsene, die wissen, welche Art von Umgebung sie betreten. Wer lediglich einen ruhigen Drink, gepflegte Gespräche oder einen konventionellen Tanzclub sucht, dürfte The Cock intensiver finden als erwartet. Für Männer, die klassische Gay-Bars, spontane Begegnungen und ein Nachtleben ohne polierte Hochglanzfassade schätzen, ist der Ort dagegen eine zunehmend seltene Besonderheit. DJs, Go-go-Tänzer und wechselnde Themenabende sorgen für zusätzliche Unterhaltung, doch das Publikum und seine Begegnungen bleiben der eigentliche Mittelpunkt.
Die Zusammensetzung der Gäste variiert. Junge Stammgäste aus Downtown, Künstler, Ledermänner, Bears, Daddies, Touristen und neugierige Erstbesucher treffen hier aufeinander. Ein perfekter Look ist weniger wichtig als Selbstbewusstsein und ein respektvoller Umgang. Viele Männer besuchen The Cock allein, weshalb sich der Ort grundsätzlich auch für Alleinreisende eignet. Bei einem ersten Besuch sollte man allerdings auf direkte Annäherungsversuche und körperliche Nähe vorbereitet sein. Die erotische Grundstimmung hebt persönliche Grenzen niemals auf. Zustimmung ist bei jeder Interaktion unverzichtbar.
Öffnungstage, Eintrittspreise und der Zugang zum Untergeschoss können sich ändern. Ein gültiger amtlicher Lichtbildausweis ist erforderlich. Vor dem Besuch empfiehlt sich außerdem ein Blick auf den offiziellen Instagram-Account. Derzeit kündigt die Bar nächtliche Öffnungszeiten von Mittwoch bis Sonntag an; freitags und samstags sollen in der Regel beide Etagen geöffnet sein. Sonderveranstaltungen und Feiertage können den Ablauf verändern. Nach Mitternacht wird es gewöhnlich am vollsten, während ein früheres Erscheinen Gelegenheit bietet, sich mit dem Raum vertraut zu machen.
Der Kleidungsstil ist meist leger, dunkel und unkompliziert. Jeans, T-Shirt, Boots, Leder und Fetisch-Elemente passen gut, sind aber keineswegs verpflichtend. Man sollte nur das Nötigste mitnehmen, Wertsachen sicher aufbewahren und das Fotografierverbot konsequent beachten. The Cock ist nicht für jeden gedacht und versucht auch nicht, es zu sein. Gerade diese kompromisslose Haltung macht den Reiz des Ortes aus. Für schwule Männer, die eine provokante, cruisige und eindeutig erwachsene Seite des New Yorker Nachtlebens erleben möchten, bleibt diese unbeirrbare Institution im East Village eine außergewöhnliche Adresse.
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