Die Big Apple Ranch bringt eine überraschende Portion queere Country-Western-Kultur mitten nach Manhattan. Die Veranstaltung wurde 1997 gegründet, um in New York einen Ort für gleichgeschlechtlichen Paartanz zu schaffen. Heute treffen sich hier schwule Cowboys, lesbische Cowgirls, erfahrene Tänzerinnen und Tänzer, neugierige Städter und absolute Anfänger zu Two-Step, Line Dance, Walzer und Swing. Das Motto bringt die offene Atmosphäre perfekt auf den Punkt: Jeder Mensch darf führen und jeder Mensch darf folgen. Starre Geschlechterrollen können also zusammen mit der Unsicherheit an der Garderobe abgegeben werden.
Trotz ihres Namens und ihrer Einordnung unter den New Yorker Bars und Clubs ist die Big Apple Ranch kein dauerhaft geöffneter Nachtclub. Es handelt sich um eine regelmäßig stattfindende LGBTQ+-Tanzveranstaltung, die normalerweise am zweiten Samstag jedes Monats in den Räumen der EPA Dance Studios veranstaltet wird. Das Studio befindet sich in der 320 West 37th Street zwischen der Eighth und Ninth Avenue. Vor einem Besuch sollte unbedingt der offizielle Veranstaltungskalender geprüft werden. Wer an einem beliebigen Samstag in Cowboystiefeln vor der Tür erscheint, bekommt leider nicht automatisch eine private Country-Party.
Der Abend beginnt in der Regel mit Einführungskursen. Zum aktuellen Ablauf gehören eine Two-Step-Lektion für Anfänger und anschließend ein Line-Dance-Kurs, bevor die Tanzfläche für mehrere Stunden freigegeben wird. Dadurch eignet sich die Ranch auch hervorragend für Gäste, deren bisherige Country-Erfahrung aus ein paar Musikvideos und enthusiastischen Bewegungen im Wohnzimmer besteht. Gleichzeitig kommen zahlreiche geübte Tänzer, die mit Walzer, Swing und Two-Step beeindruckend sicher über den Boden gleiten. Zuschauen ist natürlich erlaubt, doch die herzliche Atmosphäre macht es überraschend schwer, sich den ganzen Abend an der Wand zu verstecken.
Das Publikum spiegelt die Vielfalt der New Yorker LGBTQ+-Community wider. Schwule Männer, Lesben, trans und nichtbinäre Menschen, Allies, langjährige Stammgäste und Reisende teilen sich die Tanzfläche. Die Big Apple Ranch ist weder ein Cruising-Club noch eine gewöhnliche Gay Bar. Freundschaften, Flirts und eine gewisse Chemie zwischen Tanzpartnern gehören dennoch ganz selbstverständlich dazu. Im Mittelpunkt stehen die Freude am Tanzen und das gemeinschaftliche Erlebnis. Im Vergleich zu riesigen Circuit-Partys oder überfüllten Bars bietet die Ranch eine entspanntere und generationenübergreifende Alternative, bei der echte Gespräche möglich bleiben.
Eine eigene Tanzbegleitung ist nicht erforderlich. Während der Kurse und des freien Tanzens werden die Partner regelmäßig gewechselt, und jeder kann jeden zum Tanzen auffordern. Westernkleidung ist beliebt, aber keineswegs vorgeschrieben. Jeans, karierte Hemden, Stiefel und Cowboyhüte passen wunderbar zum Anlass, während bequeme Freizeitkleidung genauso akzeptiert wird. Vernünftige Schuhe sind wichtiger als ein perfektes Kostüm. Die glamourösesten Cowboystiefel nützen wenig, wenn deine Füße nach dem ersten Two-Step offiziell kündigen.
Die Big Apple Ranch spielt außerdem eine bedeutende Rolle bei der Bewahrung queerer Country-Western-Tanzkultur in New York. Seit ihrer Gründung hat die Organisation Conventions veranstaltet, an bekannten öffentlichen Orten unterrichtet und Spendenaktionen für verschiedene Community-Gruppen organisiert. Nach fast drei Jahrzehnten fühlt sich der Abend deshalb weniger wie ein kurzfristiger Nachtleben-Trend und mehr wie eine echte queere Institution an.
Der Eintritt kann derzeit nur bar bezahlt werden. Das Studio liegt im zweiten Stock; am Empfang sollte man sagen, dass man zur Ranch möchte. Da die Türen bereits vor dem Ende der Tanzveranstaltung schließen können, empfiehlt sich eine rechtzeitige Ankunft. Prüfe kurz vor deinem Besuch die offizielle Website, um Datum, Zeiten und Eintrittspreis zu bestätigen. Wenn du Manhattan für einen Abend gegen queeren Cowboy-Charme eintauschen möchtest, heißt es hier: Hut auf, Schultern zurück und ab auf die Tanzfläche.
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