Der Mercantile Saloon, den die meisten Menschen in Sacramento einfach „The Merc“ nennen, gehört zu den traditionsreichsten und bekanntesten Gay Bars der Stadt. Er liegt an der L Street mitten in Lavender Heights, dem historischen LGBTQ+-Viertel von Midtown Sacramento. Wer eine makellos designte Cocktail-Lounge, eine riesige Tanzfläche oder einen Abend voller perfekt inszenierter Social-Media-Momente sucht, ist hier möglicherweise am falschen Ort. The Merc ist eine echte queere Dive Bar: unkompliziert, etwas rau an den Rändern und gerade deshalb ausgesprochen sympathisch. Diese ehrliche Persönlichkeit ist einer der Gründe, warum das Lokal seit Jahrzehnten bei schwulen Männern und der weiteren LGBTQ+-Community beliebt ist.
Am Nachmittag und frühen Abend geht es meist entspannt zu. Stammgäste sitzen an der Bar, Freundesgruppen unterhalten sich bei großzügig eingeschenkten Drinks und auch allein Reisende können ohne Weiteres Platz nehmen. Die tägliche Happy Hour macht The Merc zu einem beliebten Treffpunkt vor dem Abendessen oder vor einer Tour durch die weiteren queeren Bars von Lavender Heights. Später wird es lauter, lebhafter und geselliger. Besonders am Freitag, Samstag und während großer LGBTQ+-Veranstaltungen in Sacramento kann sich das Lokal schnell füllen.
Das Publikum ist vielfältig und lässt sich nicht auf eine einzelne Szene reduzieren. Hier begegnen sich langjährige Bewohner Sacramentos, jüngere queere Freundesgruppen, charaktervolle Stammgäste und Reisende, die lieber ein authentisches Nachbarschaftslokal als eine austauschbare Großraumdisco besuchen möchten. Schwule Männer prägen die Geschichte und Identität des Merc, doch die Atmosphäre ist grundsätzlich offen und inklusiv. Der Umgangston kann direkter sein als in einer eleganten Lounge, bleibt aber normalerweise ungezwungen und freundlich.
Bekannt ist das Mercantile Saloon vor allem für seine kräftigen Drinks. Die Barkeeper schenken häufig mit großzügiger Hand ein, weshalb man sich von der bescheidenen Optik eines Mischgetränks nicht täuschen lassen sollte. Langsames Trinken ist hier keine schlechte Idee. Die Preise gelten im Vergleich zu San Francisco oder Los Angeles als relativ erschwinglich und tragen zum bodenständigen Charakter des Lokals bei. Ein Billardtisch und eine Jukebox sorgen für Unterhaltung, ohne dass daraus ein klassischer Nachtclub wird. Auf der Außenterrasse kann man frische Luft schnappen, sich etwas ruhiger unterhalten oder neue Bekanntschaften machen.
Dank seiner Lage eignet sich The Merc hervorragend als Ausgangspunkt für eine Gay-Bar-Tour durch Lavender Heights. Faces Nightclub und The Depot befinden sich ganz in der Nähe. So kann man den Abend mit einem entspannten Drink beginnen und später zu Tanz, Videos oder einer größeren Party weiterziehen. Der Eingang liegt seitlich am Gebäude in der Nähe des Parkplatzes und ist beim ersten Besuch nicht unbedingt sofort zu erkennen.
Aufwendige Bühnenshows oder feines Essen stehen hier nicht im Mittelpunkt. Man kommt wegen der Gespräche, der Menschen, des Billardtischs, der bezahlbaren Drinks und der langen queeren Geschichte des Ortes. Der Kleidungsstil ist sehr locker: Jeans, T-Shirt und ein unkomplizierter Freizeitlook passen bestens. Der Zutritt ist erst ab 21 Jahren erlaubt, und ein gültiger Ausweis ist erforderlich. Da sich Öffnungszeiten und Sonderangebote ändern können, empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf die Social-Media-Kanäle des Lokals. Ob allein, mit Freunden oder als erster Halt einer längeren Partynacht: The Merc bietet eine authentische Gay-Bar-Erfahrung, die keinen Glitzer benötigt, um Charakter zu zeigen.
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