Manche Gay-Bars brauchen Jahrzehnte, um sich einen Ruf aufzubauen. Disco Pony hatte diese Geduld nicht, und ehrlich gesagt, brauchte es sie auch nicht. Seit die Bar den Raum übernommen hat, in dem einst das beliebte Southern Nights zu Hause war, ist dieser Ybor-City-Neuling schon eines der meistdiskutierten Nachtleben-Ziele Tampas.
An der 1901 North 15th Street gelegen, gleich um die Ecke von der Adresse, an der sein Vorgänger ein Jahrzehnt lang eine treue Stammkundschaft aufgebaut hat, hat Disco Pony die Fackel übernommen und sofort zu seiner eigenen gemacht. Der Name ist eine kaum verhüllte Anspielung auf Chappell Roans "Pink Pony Club", und wer den Song kennt, hat schon eine ziemlich gute Vorstellung davon, welche Energie hier angepeilt wird: glitzernd, ein bisschen chaotisch, schamlos verspielt, und komplett desinteressiert daran, sich selbst zu ernst zu nehmen.
Diese Persönlichkeit zeigt sich überall, angefangen beim wöchentlichen Programm. "Hoofin' It Up" bringt mit einer Happy Hour den Abend in Schwung, noch bevor es draußen richtig dunkel ist. "Hay Girl Hay" bringt die Energie einer Ladies-Party für alle, die genau diese Stimmung suchen. Und der "Stirrup Trouble"-Sonntag beschließt die Woche mit genau der Art Chaos, die den Montag im Rückblick fast lohnenswert macht. Falls die Namen allein nicht überzeugen, dass diese Bar Humor über sich selbst hat, dann tut es der Gang durch die Tür ganz sicher.
Drag ist der Bereich, in dem Disco Pony wirklich Muskeln zeigt, und damit eine Tradition fortsetzt, die den Vorgänger zu einem festen Bestandteil der LGBTQ+-Nachtszene Tampas gemacht hat. Lokale Performer teilen sich die Bühne mit Gaststars, die schon über den Laufsteg von "RuPaul's Drag Race" gelaufen sind, was bedeutet, dass das Programm in einer beliebigen Woche von einem lokalen Publikumsliebling bis zu einem Namen reichen kann, den man aus dem letzten Drag-Brunch-Binge sofort wiedererkennt. Shows sind hier keine Nebensache, sie sind ein großer Teil des Grundes, warum die Leute überhaupt kommen.
Die Öffnungszeiten sind für Tampa großzügig: montags, donnerstags und freitags ab dem frühen Nachmittag bis weit in den frühen Morgen geöffnet, und an Wochenenden durchgehend von mittags bis 3 Uhr morgens. Ein solcher Zeitplan macht Disco Pony zu mehr als nur einem Spätnacht-Ziel, es ist eine Bar, in die man je nach Laune jederzeit hineinschlendern kann, egal ob für einen entspannten Drink an einem Wochenendnachmittag oder eine ganze Nacht, die dem Tanzen gewidmet ist, bis die Sonne langsam ans Aufgehen denkt.
Was Disco Pony wirklich verdient, auf die Tampa-Liste gesetzt zu werden, ist nicht nur Drag oder die Themenabende, sondern das Gefühl, dass dieser Ort genau weiß, für wen er da ist. Ybor City ist seit langem eine der wichtigsten LGBTQ+-Nachtlebenstraßen Tampas, und Disco Pony hat diese Rolle mit Selbstbewusstsein übernommen, statt sich zaghaft erst beweisen zu müssen. Es wirkt schon jetzt, so früh im eigenen Bestehen, wie eine Bar, die sich in ihrer eigenen Haut wohlfühlt.
Wer also in Tampa ist und einen Abend mit Drag, Tanzen und einer gesunden Dosis Camp sucht, sollte sich in Richtung Ybor City aufmachen und das Pony finden. Ob Happy Hour, Themen-Sonntag oder komplettes Drag-Show-Programm, Disco Pony liefert genau die unaufgeregte, glitzerbestäubte Art von Spaß, die eine Nachtlebensszene im Viertel lebendig hält.
Fazit: neuer Name, gleiche Nachbarschaft, und ein völlig neuer Grund, in Ybor City länger als geplant wach zu bleiben.
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