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Juli
13
2013

Hvar, das kroatische Saint-Tropez
13 Juli 2013
von Laurence Ogiela / TÊTU

Hvar, das kroatische Saint-Tropez

Wie der Gesang der Sirenen, die Odysseus verzauberten, zieht Hvar den Reisenden unwiderstehlich an. Es ist schwer, dem mediterranen Charme dieser Adria-Insel zu widerstehen. Sie liegt zwischen Split und Dubrovnik und ist neben Cres eine der größten dalmatinischen Inseln. Sie ist auch eine der beliebtesten. Am besten besucht man sie zu Beginn oder am Ende der Sommersaison, wenn die Horden von deutschen und britischen Touristen noch nicht die Küsten erreicht haben.

Alle Aktivitäten konzentrieren sich um den kleinen Hafen der Hauptstadt Hvar. Sobald der Tag anbricht, herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, bei dem sich Fähren, Segelboote, Kreuzfahrtschiffe, Motorboote, Katamarane und Fischerboote begegnen. Die größten Yachten legen am Riva Pier an, einer hübschen, mit Palmen bepflanzten Promenade.

Die Seeleute nutzen die Zeit am Kai, um einzukaufen und auf der Terrasse einen "Kava", einen sehr engen Kaffee, zu trinken, während sie ihre E-Mails im Internet abrufen. Im Hintergrund erinnern das Palace, ein altes Luxushotel, und die venezianische Festung, die die Bucht dominiert, an die glanzvollen Zeiten der Insel. Die scheinbar nie aufgehört haben, so gerne kommen reiche Segler, wohlhabende Industrielle und Prominente hierher, um sich zu entspannen.

Hvar wird zu Recht als das "kroatische St. Tropez" bezeichnet. Als Urlaubsort des Jetsets, auf einer Stufe mit Mykonos in Griechenland oder Porto Cervo auf Sardinien, zählt es nicht mehr die Yachten der Milliardäre, die jeden Sommer hier anlegen.

gay hvar
Der Hafen von Hvar © Laurence Ogiela

Steile Gassen, rote Ziegeldächer, Renaissancefassaden und mit makellosen weißen Steinen gepflasterte Straßen: Hvar sieht aus wie ein kleines Venedig, nur ohne die Kanäle. Abgesehen vom Hauptplatz, dem Stephansplatz, der fast so groß ist wie der Markusplatz in Venedig, haben die Straßen von Hvar keine Namen. Da die Stadt aber nicht sehr groß ist, kann man sich leicht orientieren.

Schon Kaiserin Sissi kam hierher, um sich im berühmten Hotel Palace zu erholen, als Dalmatien noch zum österreichisch-ungarischen Kaiserreich gehörte. Es brauchte nicht viel, um Schwule aller Art anzuziehen. "Hvar gilt als der schwulenfreundlichste Ort in Kroatien. In einem Land, das immer noch weitgehend homophob ist, wurden hier schon schwule Hochzeiten und Flitterwochen und sogar eine LGBT-Konferenz abgehalten", sagt Jozo, der von der Insel stammt.

Aber auch wenn sich die Insel toleranter und schwulenfreundlicher als der Rest Kroatiens gibt, können öffentliche Ergüsse tadelnde Blicke oder sogar Aggressionen von den Einheimischen hervorrufen. Besonders in abgelegenen Dörfern.

FKK-Paradies
Nur weil Homosexualität seit 1977 legal ist, heißt das nicht, dass sie gut akzeptiert wird. Außerdem gibt es in Hvar keine reinen Schwulen- und Lesbenorte. Die schwule Gemeinschaft trifft sich in der hippen Bar Carpe Diem und geht an den FKK-Stränden der Pakleni-Inseln, insbesondere an den Stränden von Stipanska und Jerolim, auf Tuchfühlung. Die Pakleni-Inseln, die nur wenige Minuten mit dem Wassertaxi vom Hafen in Hvar entfernt liegen, sind wörtlich übersetzt "Inseln der Hölle" und bieten einen Vorgeschmack auf das Paradies.

Es gibt Dutzende von Buchten mit kristallklarem Wasser und Pinienwäldern, die zu einer Oase der Ruhe für Nudisten geworden sind. Sie sind einer der vielen Orte in ganz Kroatien, an denen man nackt baden kann. Ein weiterer beliebter Strand in Hvar, an dem man baden und Leute treffen kann, ist Bonj, wörtlich übersetzt "Die Bäder". In Wirklichkeit handelt es sich um eine Betondecke, die mit Liegestühlen und Badekabinen im alten Deauville-Stil ausgestattet ist.

pakleni islands
Die Pakleni-Inseln vor der Küste von Hvar © Croatian National Tourist Board

Bei einem Urlaub auf der Insel folgt ein Tag dem anderen: Spätes Aufstehen, Kava auf der Terrasse, mediterranes Mittagessen mit gegrilltem Fisch, der mit Olivenöl und lokalem Wein beträufelt wird, Schwimmen und Faulenzen, Passeggiatta und Aperitif und dann Party bis spät in die Nacht. Die heilige Passeggiata am späten Nachmittag gleicht hier einer Modenschau, da die Jungs so schön gebräunt und gestylt sind.

Wenn du genug von den Menschenmassen hast, kannst du auch den Rest der Insel erkunden, wo es nach Macchia duftet. Lavendel- und Rosmarinfelder, Strandkiefern, Olivenbäume und Weinberge, so weit das Auge reicht: Es ist eine wahre Verzauberung für die Sinne. Im Hinterland gibt es wilde und einsame Buchten, die nur darauf warten, von dir entdeckt zu werden.

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