Im Keller eines Wohnhauses am Pulverteich, nur wenige Gehminuten vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt, ist das Toms (früher Toms Saloon) seit 1974 das schlagende Herz der Leder- und Fetisch-Szene der Stadt. Benannt nach Tom of Finland, der hier selbst einst Stammgast war, hängen seine Zeichnungen noch immer an den Wänden, eine direkte Verbindung zum ikonischsten Illustrator der schwulen Kultur, der auch nach einem halben Jahrhundert noch über den Raum wacht.
Beim Eintreten landet man an einem Holztresen unter diffusem Licht, rustikale Texturen und Tom-of-Finland-Skizzen geben den Ton an, noch bevor man überhaupt einen Drink bestellt hat. Von dort öffnet sich der Raum zu einem mittleren Bereich, dominiert von einer überdimensionalen Kabeltrommel, eine markante Eigenheit, die Stammgäste als reinstes Toms-Feeling bezeichnen. Das ist ein Männer-only-Lokal, Ausweis erforderlich, über 18 wird strikt kontrolliert, und die Getränkeliste reicht von Bier bis Longdrinks mit einer soliden Spirituosenauswahl daneben.
Der Darkroom hat Toms' Ruf begründet und bleibt für viele Besucher der Hauptgrund zu kommen. Nach einer größeren Renovierung hat er sich von reiner Dunkelheit zu einem Mix aus dimmeren und etwas helleren Spielbereichen entwickelt, was dem Raum mehr Bandbreite gibt als das klassische stockdunkle Cruising-Labyrinth früherer Jahrzehnte. Regelmäßige Themenabende, Beer Night, Fetish Night, Longdrink Night, und die wiederkehrenden NEON-KINKY-Partys, halten den Kalender vielfältig, und Resident-DJs übernehmen an den belebtesten Abenden gegen 23 Uhr, an Wochenenden bis zum Morgen.
Fünfzig Jahre später hat Toms Wahrzeichen-Status in Hamburgs Gay-Szene erlangt, und diese Geschichte zeigt sich im altersgemischten Publikum, von Leder-Veteranen, die sich an die Eröffnung erinnern, bis zu jüngeren Besuchern, die von der Legende angezogen werden. Manche Stammgäste merken an, dass sich der Fetisch-Dresscode über die Jahre gelockert hat, erwartet nicht jeden Abend einen strikten Nur-Leder-Raum, aber das Grundgerüst, das diesen Ort ikonisch gemacht hat, ist noch sehr präsent.
Praktischer Tipp von eurem misterb&b Team: Toms liegt in St. Georg, Hamburgs zentralem Gay-Viertel, einen kurzen Spaziergang vom Hauptbahnhof entfernt und nah an anderen Viertel-Klassikern wie dem Dragon Sauna und der Gay-Bar M&V. An Wochenendabenden wird es schnell voll, besonders bei Themenevents wie dem Hamburg Fetish Weekend, plant also einen früheren Ankunftszeitpunkt, wenn ihr euch tatsächlich durch den Raum bewegen wollt.
St. Georg verankert Hamburgs queeres Leben seit Jahrzehnten, und Toms ist eines seiner echten Wahrzeichen. Über misterb&b bei einem lokalen schwulen Host zu buchen bedeutet, mit jemandem anzukommen, der den Rhythmus des Viertels schon kennt, wann Toms wirklich in Schwung kommt, was sich gut damit kombinieren lässt, und wie die Geschichte von St. Georg die Szene prägt, in die man gerade eintritt.
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