Das Badeschiff gehört zu den ungewöhnlichsten sommerlichen Badeorten Berlins: Ein Schwimmbecken schwimmt direkt auf der Spree und wird durch einen Sandbereich, eine Bar und einen beeindruckenden Blick auf die Stadt ergänzt. Die Anlage befindet sich auf dem Gelände der Arena Berlin in Alt-Treptow. Beim Schwimmen sieht man unter anderem die Oberbaumbrücke, den Fernsehturm und die markante Skulptur Molecule Man. Das Badeschiff ist weiterhin geöffnet, wird jedoch saisonal betrieben. Öffnungstage und Ablauf können sich je nach Wetter, Veranstaltungskalender und Jahreszeit ändern.
Obwohl das Badeschiff in einigen Gay-Reiseführern aufgeführt wird, ist es weder ein ausdrücklich schwuler Strand noch eine LGBTQ+-Location oder ein etablierter Cruisingort. Es handelt sich um ein öffentliches Freibad mit Beachbar, das von Berlinerinnen und Berlinern, internationalen Gästen, Paaren, Freundesgruppen und Familien besucht wird. Queere Besucher können sich hier im Allgemeinen problemlos wohlfühlen, und an warmen Tagen sind selbstverständlich auch viele schwule Männer anzutreffen. Einen ausgewiesenen Gay-Bereich oder ein überwiegend queeres Publikum sollte man jedoch nicht erwarten. Wer gezielt einen traditionellen Treffpunkt der Berliner Gay-Badeszene sucht, findet beispielsweise am Teufelssee eine deutlich ausgeprägtere queere Tradition.
Im Mittelpunkt steht ein etwa 25 Meter langes Becken, das in einen umgebauten Lastkahn integriert und in der Spree verankert wurde. Es ist mit aufbereitetem Süßwasser gefüllt; geschwommen wird also nicht direkt im Fluss. Das Becken ist ungefähr zwei Meter tief und ausschließlich für sichere Schwimmer geeignet. Einen flachen Bereich zum Planschen oder vorsichtigen Eingewöhnen gibt es nicht. Eine stilvolle Badehose ist hier zweifellos willkommen, ersetzt aber keine Schwimmkenntnisse.
Ein Steg verbindet den Pool mit dem Ufer. Dort laden Sandflächen, Holzdecks und je nach Aufbau Liegen oder Hängematten zum Sonnen und Entspannen ein. Die ehemaligen Industriegebäude der Arena Berlin bilden eine typisch Berliner Kulisse: rau, kreativ und ausgesprochen fotogen. Elektronische Musik oder DJ-Sets können den Aufenthalt begleiten. An der Bar werden in der Regel Getränke und saisonale Kleinigkeiten angeboten. Mitgebrachte Speisen und Getränke sind normalerweise nicht gestattet, weshalb die aktuellen Regeln vor dem Besuch geprüft werden sollten.
Der Eintritt wird üblicherweise in zweistündigen Zeitfenstern organisiert. Tickets werden erst einige Tage vor dem jeweiligen Termin freigeschaltet. Wer länger bleiben möchte, kann bei entsprechender Verfügbarkeit mehrere aufeinanderfolgende Zeitfenster buchen. Da die Kapazität begrenzt ist, sind sonnige Termine schnell ausverkauft. Preise, Einlassbedingungen und Öffnungszeiten sollten immer über die offizielle Website der Arena Berlin kontrolliert werden. Schlechtes Wetter, Wartungsarbeiten oder geschlossene Veranstaltungen können kurzfristige Änderungen verursachen.
Umkleiden, Schließfächer und Duschen stehen zur Verfügung. Informationen zu Handtüchern, Pfand, benötigten Münzen oder anderen praktischen Details können sich jedoch ändern. Badebekleidung, Sonnenschutz und geeignete Schuhe für Holz- und Sandflächen gehören ins Gepäck. Hunde und Fahrräder dürfen nicht mit auf das Gelände genommen werden. Auch Kinder und Jugendliche sind unter bestimmten Aufsichtsbedingungen willkommen, was den allgemeinen und familienfreundlichen Charakter der Anlage unterstreicht.
Das Badeschiff liegt in der Eichenstraße 4 in Alt-Treptow, in der Nähe von Kreuzberg und Friedrichshain. Am einfachsten erfolgt die Anreise meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem kurzen Fußweg. Nach dem Schwimmen lassen sich die Bars und Restaurants rund um das Schlesische Tor, den Wrangelkiez oder die East Side Gallery gut erreichen.
Für LGBTQ+-Reisende lohnt sich das Badeschiff somit vor allem wegen seiner spektakulären Lage und nicht aufgrund einer besonderen Gay-Szene. Es ist ein offener, stilvoller und sehr Berliner Ort zum Schwimmen, Sonnen, Trinken und Beobachten. Erwarte ein gemischtes Publikum statt einer reinen Männergesellschaft und Badebetrieb statt Cruising. Sobald die Berliner Sonne erscheint, solltest du allerdings schnell buchen – bei gutem Wetter endet selbst die berühmte Spontaneität der Hauptstadt am Ticketshop.
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