In einem unauffälligen Industrieviertel von San Francisco gelegen, zeigt das Sundance Saloon, dass im queeren Nachtleben der Stadt auch Cowboystiefel neben Leder und Glitzer ihren Platz haben. Jeden Sonntag und Donnerstag verwandelt sich dieser gemeinnützige Tanzsaal in das, was Stammgäste ohne zu zögern als einen der wirklich freudigsten Orte der ganzen Stadt bezeichnen, und nach über 25 Jahren im Geschäft haben sie offensichtlich etwas herausgefunden, das der Rest des Nachtlebens noch nicht kapiert hat.
Das Konzept ist einfach und es funktioniert: Two-Step, Line Dance, Walzer und Swing, jeweils frisch zu Beginn jeder Session unterrichtet, damit absolute Anfänger auf Augenhöhe mit denen starten, die seit zehn Jahren dabei sind. Kein Partner nötig, keine Vorerfahrung erforderlich, nur eine Anfängerstunde, um sich in Bewegung zu bringen, und eine Tanzfläche, die sich mit echter Wärme statt Attitüde füllt. Für sieben Dollar Eintritt ist die Tanzstunde inklusive, was vermutlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im gesamten Nachtleben San Franciscos ist, ganz einfach.
Was das Sundance speziell für schwule Männer wirklich besonders macht, ist die Mischung. Das ist keine Nischenecke der Szene, sondern ein queerer Raum mit dem vollen Spektrum: Männer, Frauen, trans Personen und straighte Allies teilen sich alle die gleiche Tanzfläche über jedes Alter von 21 bis 99 hinweg, und diese Bandbreite gibt dem ganzen Abend eine Textur, die man bei einer typischen Castro-Bar-Tour nicht findet. Es ist ein Ort, an dem man zwischen den Songs tatsächlich mit jemandem sprechen kann, an dem niemand in der Ecke aufs Handy schaut, und an dem das gemeinsame Erlernen eines neuen Tanzschritts das Eis besser bricht als jeder Small Talk an einer überfüllten Bar.
Sundance geht auch über die regulären Sonntags- und Donnerstagabende hinaus: Man trifft die Crew bei der Pride, beim Castro Street Fair, und sogar draußen tanzend auf dem Union Square während der Sommermonate, plus dem jährlichen Sundance Stompede, ein komplettes Wochenende mit Workshops und Tanzabenden, das Besucher aus dem ganzen Land anzieht. Das ist klar mehr als nur ein Barabend, es ist eine echte Community, die um etwas Spezifisches und Unprätentiöses aufgebaut ist.
Wer San Francisco besucht und einen Abend sucht, der warmherzig, einladend und angenehm anders als der übliche Bar- und Club-Zirkus ist, sollte die Stiefel anziehen und sonntags oder donnerstags zum Sundance Saloon gehen. Kombiniert es mit einer LGBTQ+ freundlichen Unterkunft in der Nähe über misterb&b, und schon hat man einen Abend in San Francisco, der sich wirklich von allem anderen unterscheidet, was die Stadt zu bieten hat.
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